Pandomo: Der neue Trend in der Innenarchitektur

Juli 14th, 2010Posted by Redakteur

Ob Hotels oder öffentliche Gebäude – der Trend Pandomo ist schon lange dort angekommen. Nur die privaten Wohnräume wurden bisher noch vernachlässigt. Dabei können die farbigen Spachtelmassen, die auf Zement aufgebracht werden, auch hier für Aufsehen sorgen. Ob Wände, Böden oder Decken – Pandomo kann vielfältige Möglichkeiten für Jedermann bieten. Außerdem lässt sich der Pandomo Trend auch mit anderen Materialien besonders gut kombinieren, so dass den Innenräumen ein rustikaler, moderner, kühler oder warmer Ton verliehen werden kann.

Pandomo Floor – stylische Fußböden

Wird Pandomo für den Boden eingesetzt, ergeben sich vielfältige Vorteile. So werden etwa Ansichten, wie bei einem Steinboden gewährt, wobei jedoch keine Fugen zu sehen sind. Ebenfalls ist der Pandomo Boden sehr stark belastbar, er ist etwa gleichzusetzen mit hochwertigem Parkett oder auch weichem Naturstein. Selbst in Verbindung mit einer Fußbodenheizung kann der Pandomo Floor genutzt werden und auch Stuhlrollen können ihm nichts anhaben. Außerdem besteht trotz der eingesetzten Stoffe keine Gefahr für Mensch und Tier.

Damit Pandomo Floor als Fußboden genutzt werden kann, muss ein Untergrund aus Zement- oder Anhydrit-Estrich vorhanden sein, alternativ ist auch eine Rohbetonsohle möglich. Der Untergrund wird zunächst vorbereitet und anschließend mit einer Grundierung versehen. Danach kann die Spachtelmasse angerührt werden. Die Farbpigmente kommen in das Wasser zum Anrühren. Die Spachtelmasse wird etwa fünf bis zehn Millimeter dick aufgetragen und danach kann das Ganze aushärten. Nun folgt die Politur, die drei Mal erfolgen muss und den Abschluss bildet ein Steinöl, das auf Öl-Wachs-Basis hergestellt wurde. Es verleiht dem Fußboden einen besonders schönen Glanz und sorgt für eine hohe Abriebfestigkeit. Ebenfalls ist der Boden dann wasserabweisend.

Pandomo Wall – pflegeleichte Wandgestaltung

Ein weiterer Trend des Pandomo ist Pandomo Wall. Die Wand- und Deckenflächen können mit der dekorativen Spachtelmasse versehen werden. Sie eignet sich ausschließlich für den Innenbereich und wird auf Basis von Zement und Kunststoff hergestellt. Dadurch kann die Spachtelmasse besonders schnell trocknen. Durch die Spannungsarmut, die sich über alle Schichten erstreckt, entstehen auch keine Risse. Mit verschiedenen Techniken beim Auftragen lassen sich nicht nur farbliche Akzente setzen, auch changierende Effekte sind durchaus möglich. Ebenfalls bietet Pandomo Wall den Vorteil, dass sich Schmutzrückstände und Co. leicht abwaschen lassen. Damit kann diese Wandgestaltung auch eine sinnvolle Alternative in Feuchträumen, wie Küche und Bad darstellen.

Pandomo Terrazzo – Erinnerung an ein Statussymbol

Terrazzo war schon zu Zeiten der alten Römer begehrt und stand auch viele Jahrhunderte später für Eleganz und lange Haltbarkeit. Obwohl Terrazzo lange Zeit auch in unseren Breiten für Herrenhäuser und Villen verwendet wurde, begann man Anfang des 20. Jahrhunderts industrielle Beläge vorzuziehen.

Nun jedoch hat Pandomo Terrazzo wieder entdeckt. Es gibt dabei eine deutliche Neuerung, nämlich das Bindemittelsystem, das dafür sorgt, dass Terrazzo deutlich früher genutzt werden kann. Erhältlich sind die beiden Systeme Pandomo Terrazzo Plus und Pandomo Terrazzo Micro. Mit Hilfe einer Schmuckkörnung und verschiedenen Farbpigmenten, die zugegeben werden können, können einzigartige Effekte erzielt werden. 24 Stunden, nachdem der Boden eingebaut wurde, kann er fein geschliffen werden. Ebenfalls ist es möglich, mit Terrazzo Plus Schichten ab 25 Millimeter aufzubauen. Die Korngrößen liegen bei einem bis drei, drei bis fünf und sechs bis neun Millimeter. Beim Terrazzo Micro wird eine Schicht mit elf Millimeter möglich, was insbesondere bei Altbauten gerne genutzt wird. Dabei ist eine Korngröße zwischen einem und drei Millimeter erhältlich.

Durch eine geringe Materialstärke wird es ebenfalls möglich, sehr wenig Material zu benötigen. Die Flächenleistung ist bei den geringeren Korngrößen mehr als drei Mal so hoch. Als „Innovation des Jahres“ wurden die beiden Produkte Pandomo Wall und Pandomo Floor gefeiert. Dabei galt dies in der Kategorie „Produkte von hoher architektonischer Qualität“. Der Preis wurde von der Fachzeitschrift „AIT“ ausgegeben.

Neue Möbel braucht das Land?

Juli 13th, 2010Posted by Redakteur

Zugegeben, ohne Möbel wäre keine Wohnung ein wirklicher Rückzugsort. Doch die aktuellen Entwürfe von mehr als 150 Jungdesignern aus über 24 Nationen zeigen, dass man sich in diesen Tagen auf schlichte Eleganz und die Wiederentdeckung althergebrachter Designs besinnt. Einen Tag lang konnten sich Designer auf der Website des Red Dot Design Awards um einen der begehrten 50 Plätze bewerben. Besonders häufig waren hierbei sehr nüchterne und sachliche Entwürfe zu sehen, die irgendwie auch schon bekannt vorkommen.

Der i-Sit von Lone Storgaard

Der i-Sit beispielsweise ist so ein Kandidat. Hierbei hat die junge dänische Designerin Lone Storgaard ihre Phantasie spielen lassen. Allerdings erinnert der Sessel an den Lounge Chair, der einst von Charles und Ray Eames entworfen wurde, zumindest was die Formgebung angeht. Farblich dagegen erinnert die Musterung an Arne Jacobsen.

Auch finden sich die markanten Sesselohren beim i-Sit wieder, die nur dahingehend unterschiedlich vom Entwurf von Arne Jacobsen sind, dass sie nach innen genickt und kantiger ausgeführt sind. Gefertigt wird der i-Sit übrigens von Magnus Olesen, einer traditionellen Firma für den Möbelbau. Ergonomisch ist der Sessel sehr ausgefeilt und hat gute Chancen auf den Sieg. Denn das Design Zentrum Nordrhein-Westfalen hat auffallend viele sachliche Entwürfe mit dem Red Dot Design Award bereits im vergangenen Jahr gekürt.

Zu diesen gekürten Entwürfen zählt etwa der Beistelltisch Joco, der unter EOOS entstand. Er besteht aus einer schwarzen Platte, die auf schmalen Streben befestigt ist. Die filigrane Struktur, die dadurch entsteht, zeichnet den Beistelltisch aus, ebenso wie das Spiel von Licht und Schatten. Auch der Stuhl Orizuro von Ken Okuyama gewann schon einen solchen Preis. Er ist aus einem einzigen Stück Sperrholz angefertigt, das durch Reispapier verstärkt wird. Außerdem erinnert er sehr stark an die Kunst des Origami. Gefertigt wird der Stuhl von Tendo Mokko, die diese Technik bereits seit 60 Jahren umsetzt. So entstand auch der Klassiker von Sori Yanagi, der Butterfly-Hocker.

Kritik am Design

Experten der Branche sind sich allerdings darüber einig, dass es den aktuellen Entwürfen an Experimentierfreudigkeit fehlt. Zu oft besinnen sich die Designer auf Trends aus längst vergangenen Tagen. Die 1950er und 1960er Jahre mit den dünnen Stuhl- und Tischbeinen, den Kugelkörpern und fließenden Formen prägen die aktuellen Designs. Experimentelle Ansätze sind dagegen selten zu sehen, ebenso wie wirkliche Innovationen im Möbel-Design.

Obwohl viele Designs an die Trends der 1950er bis 1980er Jahre erinnern, sind doch auch zukunftsweisende Technologien bei der Fertigung mit eingeflossen. Und die Kunden selbst wünschen sich eben diese Designs, was wiederum zeigt, warum es doch wichtig ist, sich auf Altbewährtes zu verlassen und es neu aufleben zu lassen.

So werden alte Treppen wieder wie neu

Juli 12th, 2010Posted by Redakteur

Treppen gehören in jedes Haus, wie die Küche oder die Haustür. Dabei besteht die klassische Treppe aus dem Baustoff Holz. Meist werden hier sogar kleine Kunstwerke mit höchster Handwerkskunst angefertigt, die es sich in jedem Fall zu erhalten lohnt. Der Baustoff Holz hat jedoch auch einen Nachteil: So trocknet er im Laufe der Jahre aus, wodurch er schrumpft. Damit lockern sich dann auch die Verbindungen zwischen den einzelnen Stufen, es kommt zum bekannten Knarren, wenn man die Treppe betritt.

Was tun gegen knarrende Stufen?

Um knarrenden Stufen die Geräuschentwicklung abzugewöhnen, müssen Tritt- und Setzstufe fester miteinander verspannt werden. Dazu muss allerdings erst einmal festgestellt werden, wo und wie weit sich die Trittstufe durchbiegt. Dort, wo Luft unter der Stufe zu sehen ist, sollte sie anschließend angehoben werden. Mit Hilfe einer Holzleiste kann diese Position fixiert werden. Auch Hartholzkeile, die mit der Stufe verschraubt werden, können für einen festeren Halt sorgen.

Wenn dagegen ein Spalt zwischen Wange und Wand vorhanden ist, sollten Sie einen Schraubendreher oder einen Meißel in die entstandene Lücke einhämmern. Je weiter Sie diese Werkzeuge in den Spalt hinein treiben, umso stärker kann sich die Wange an die Stufen pressen. Anschließend hämmern Sie einen Holzkeil ein und sägen einen evtl. Überstand einfach ab. Den Spalt können Sie nun verspachteln oder aber mit Leisten abdecken.

Sollten Stufen ausgetreten sein, können Sie diese mit Holzkitt wieder ebnen. Auch das einfachere Abdecken mit Teppich eignet sich hier. Alternativ können Sie natürlich auch neue Stufen einsetzen.

Das richtige Geländer für die Treppe

Natürlich sollte auch das Geländer einer Treppe den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Hierbei ist vor allem der Abstand der Stäbe zueinander entscheidend. Dieser sollte höchstens zwölf Zentimeter betragen. In der Höhe sollte das Geländer wenigstens 90 Zentimeter aufweisen. Bei weiteren Abständen zwischen den Stäben, sollten Sie zusätzliche Stäbe einsetzen. Auch bei einer abgesenkten Treppe kann es zu Veränderungen am Geländer kommen. Die einzelnen Stäbe können sich lockern. Sie sollten dann vorsichtig herausgetrennt werden. Der Handlauf wird mit einer Leiste verstärkt und die Stäbe wieder eingesetzt. Hierbei ist auf einen festen und sicheren Halt zu achten.

Wann eine neue Treppe her muss

Eine neue Treppe ist immer dann notwendig, wenn die bisherige von Schädlingen, wie Holzwürmern, betroffen ist. Allerdings sollten Sie hierbei die aktuellen Sicherheitsbestimmungen, wie die DIN Norm 18065 beachten. Auch Vorgaben im Bezug auf die Laufbreite, die Geländerhöhe und die Durchgangshöhe gibt es. Notfalls sollten Sie beim Bauamt nachfragen, hier erfahren Sie ebenfalls wichtige Details zu den Brandschutzbestimmungen.

Die Selbstauskunft für Mieter wirft viele Fragen auf

Juli 11th, 2010Posted by Redakteur

Wer eine neue Wohnung sucht, kennt das Problem zur Genüge: Die Selbstauskunft vom neuen Vermieter wird eingefordert. Dabei stellt sich dann oft die Frage, ob tatsächlich alle Fragen beantwortet werden müssen und ob die Antworten stets der Wahrheit entsprechen müssen. Nicht immer ist dies der Fall, denn es gibt auch in der Selbstauskunft unzulässige Fragen. Diese dürfen mit Lügen beantwortet werden. Wer allerdings bei den erlaubten Fragen der Selbstauskunft flunkert, muss mit entsprechenden Konsequenzen innerhalb des Mietverhältnisses rechnen. Zu beachten ist auch: Wer einzelne Fragen erst gar nicht beantwortet, riskiert es, dass er vom Vermieter abgelehnt wird. Welche Fragen nun wie zu beantworten sind, ist nicht immer ganz klar. Wir räumen mit den Vorurteilen und Fragen rund um die Selbstauskunft auf.

Erlaubte Fragen bei der Selbstauskunft

Der Vermieter hat ein berechtigtes Interesse daran, zu erfahren, wer bei ihm einzieht. Dafür ist es ihm auch gestattet, bestimmte Fragen zu stellen. Zu diesen erlaubten Fragen bei der Selbstauskunft gehören:

Fragen nach dem Arbeitgeber Fragen nach dem Einkommen Fragen nach dem Bezug von Sozialhilfe Fragen nach dem Familienstand des Mieters Fragen nach der Anzahl der Personen, die einziehen

Auch nach dem Alter der künftigen Bewohner einer Wohnung kann gefragt werden. Hier ist der Vermieter im Recht, wenn er solche und ähnliche Fragen stellt. Werden sie nicht wahrheitsgemäß beantwortet, kann die Kündigung drohen, auch wenn das Mietverhältnis schon lange besteht und sich erst deutlich später herausstellt, dass der Mieter gelogen hat. Sogar eine fristlose Kündigung ist möglich, wenn der Mietvertrag durch falsche Angaben wesentlich beeinträchtigt wird. In diesem Fall ist es dem Vermieter nicht mehr zuzumuten, dass er noch weiter an dem Mietverhältnis festhält. Allerdings gilt auch: Der Mieter ist nicht verpflichtet, von sich aus seine Einkommensverhältnisse offen zu legen. Fragt der Vermieter nicht nach, muss der Mieter keine Angaben machen.

Unerlaubte Fragen bei der Selbstauskunft

Neben den erlaubten Fragen gibt es auch unerlaubte Fragen bei der Selbstauskunft durch den Vermieter. Diese müssen vom Mieter grundsätzlich nicht wahrheitsgetreu beantwortet werden. Selbst wenn die Lüge aufgedeckt wird, darf sich dies nicht negativ auf das Mietverhältnis auswirken. Zu den unerlaubten Fragen zählen

Fragen nach Name und Anschrift des bisherigen Vermieters Fragen nach dem Grund der Auflösung des letzten Mietverhältnisses Fragen zur Parteizugehörigkeit Fragen zur Mitgliedschaft im Mieterverein Fragen über die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung Fragen nach bestehenden Vorstrafen Fragen nach der Religionszugehörigkeit Fragen nach Krankheiten Fragen nach der Familienplanung Fragen nach dem Wohnstil Fragen nach der Aufenthaltserlaubnis oder der Staatsangehörigkeit des Ehepartners Fragen nach Hobbys Fragen nach der voraussichtlichen Mietdauer

Diese Fragen dürfen bewusst falsch beantwortet werden. Dem Mieter drohen dennoch keine Konsequenzen. Auslassen sollte man sie aber nicht, um nicht Gefahr zu laufen, eine Absage zu erhalten.

Ausstellung zu den nie verwirklichten Architektur-Entwürfen Berlins

Juli 10th, 2010Posted by Redakteur

Berlin, unsere Hauptstadt, wird oftmals mit anderen Metropolen, wie London, Paris und Co. verglichen. Und dabei schneidet sie fast immer schlecht ab, denn Berlin gilt als hässliche Stadt. Nun mag manch einer sagen, das sei kein Wunder, bedenke man, wie stark die deutsche Hauptstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und dass keine andere Stadt in ihrer Geschichte so geteilt wurde, wie Berlin. Das ist auch durchaus richtig, doch die Stadt könnte deutlich besser aussehen. Denn gerade die ständige Zerrissenheit, das Auf und Ab der Stadt sorgten immer wieder dafür, dass sich namhafte Architekten ans Werk machten und in unzähligen Ausschreibungen ihre Entwürfe für architektonische Höhenflüge einreichten. Die meisten dieser Entwürfe wurden jedoch nie in die Tat umgesetzt.

Ausstellung im Café Moskau

Wie Berlin heute aber aussehen könnte, will  Carsten Krohn, seines Zeichens ebenfalls Architekt, nun mit der Ausstellung „Ungebautes Berlin“ im Café Moskau zeigen. 100 Entwürfe von 100 Architekten werden in der Ausstellung gezeigt. Neben den Zeichnungen werden Erläuterungen in extra Ordnern gegeben und insgesamt 13 Modelle wurden eigens für die Ausstellung gebaut.

Zwei Jahre dauerte es, bis der 44-jährige Krohn alle Entwürfe zusammengetragen und zu einer Ausstellung gemacht hatte. Projekte, die im 20. Jahrhundert, genauer in der Zeit von 1907 bis 1997 entstanden, sind in der Ausstellung zu sehen und zeigen, wie die Hauptstadt hätte aussehen können. Für die Ausstellung erhielt Krohn 40.000 Euro vom Hauptstadtkulturfonds. Neben der Ausstellung, die er damit realisieren konnte, war es ihm auch möglich, einen Katalog herauszugeben, in dem die Projekte chronologisch geordnet und mit entsprechenden Erläuterungen versehen sind.

Filme in der Ausstellung

Neben den reinen Modellen und Entwürfen zeigt Krohn auch Videos und kurze Filme, die Interviews mit bekannten Architekten zeigen. Darunter sind namhafte Größen wie Daniel Libeskind, Rem Koohlhaas oder Ludwig Leo. Rem Kohlhaas war übrigens bis 1991 in der Potsdamer-Platz-Jury gewesen, verließ diese aber wegen der schwierigen Vorgaben durch den Berliner Bausenat. Auch Ludwig Leo, der der Architektur abschwor, obwohl er einige sehr vielversprechende Entwürfe realisieren konnte, ist in den Interviews zu sehen.

Mauerbau und Mauerfall verhinderten viele Projekte

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt trotz der auflockernden Filme auf den eigentlichen Entwürfen. Von ihnen sind einige auch noch heute Up-to-Date. Darunter etwas das Hochhaus Friedrichstraße, das 1921 von Mies van der Rohe entworfen wurde. Aber auch das gigantomanische Germania, das unter Hitlers Baumeister Albert Speer entstand, ist eines der Highlights der Ausstellung.

Le Corbusier entwickelte den Wettbewerbsentwurf „Hauptstadt Berlin“. Schon 1958 war die Regierung von Westdeutschland davon begeistert, allerdings verschwand der Entwurf mit dem Mauerbau, da er die größten Teile der Bebauung im Ostteil der Stadt vorsah. Ebenfalls hatte Aldo Rossi den Wettbewerb für das Deutsche Historische Museum für den Reichstag gewonnen. Sein Entwurf konnte aufgrund des Mauerfalls nicht mehr realisiert werden.

Die Besucher werden staunen, dass viele der vorgestellten Entwürfe für Regionen Berlins entwickelt wurden, die noch heute unbebaut oder in Planung sind bzw. gerade erst bebaut wurden.

Entwürfe noch heute modern

Noch heute ließen sich einige der Entwürfe sofort und problemlos umsetzen, da sie dem modernen Stadtbild voll und ganz gerecht würden. Hier ist zum Beispiel der Entwurf für den Platz Unter den Linden zu nennen, der 1925 von Cornelis van Eesteren entwickelt wurde. Er sieht im östlichen Teil des Platzes die bekannten Altbauten vor, im westlichen dagegen Geschäftsbauten mit vier Geschossen. Außerdem würden diese von bis zu 45 Meter hohen Türmen gesäumt. Zwischen beides würde nach dem Entwurf ein Hochhaus mit 170 Meter Höhe stehen. Am Gendarmenmarkt sind die Entwürfe der Hochhausstadt, die 1928 von Hugo Häring entwickelt wurden oder die Geschäftsstadt, die unter Ludwig Hilbersheimers Hand entstand, zu sehen.

Werner Kallmorgen entwarf eine Architektur für den Tiergartenring im Jahr 1928. Damals war der Architekt gerade 26 Jahre jung. Er sah eine Bandbebauung mit vier Geschossen vor, die sich über 14 Kilometer Länge erstreckte. In ihrer Mitte sollte sich der Tiergarten finden und sich zum Erholungsgebiet entwickeln. Auch der Entwurf „Bandstadt Grunewald“ ist schon recht alt, aber immer noch modern. Er entstand unter der Federführung von Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler. Dabei sollte die Avus, die von zahllosen Autos befahren wird, auf 9,5 Kilometern Länge von Terrassenhäusern überspannt werden.

Weniger gelungene Entwürfe

Weniger gelungen erscheinen Entwürfe wie der der Hochschulstadt von Emil Fahrenkamp. Er entwarf übrigens auch das Shell-Haus. 1937 entwarf er den Hochschulstadt-Entwurf für Berlin, der noch heute die Geister scheidet. Lebheus Woods entwickelte 1988 das Modell „Berlin Underground“, bei dem eine Untergrundregierung im Zentrum des Entwurfs stand.

Noch heute sind viele Stellen in Berlin nicht bebaut und könnten von zahlreichen Architekten perfekt gestaltet werden. Dennoch scheitert es oft an den Stadtentwicklern selbst, die sich aus dieser Ausstellung so manche Idee herausholen könnten, genauso wie die Architekten selbst.